Voice over IP
Internet-Telefone erobern deutsche Unternehmen.
Unternehmen können bei einem Wechsel zum Telefonieren über Datenleitungen (Voice over IP) bei Telefonanlagen und Telefonie bis zu dreißig Prozent der Kosten einsparen, so eine Einschätzung der Mummert Consulting AG.
Der Grund: Das klassische Telefon wird nicht mehr benötigt, stattdessen fließt die Sprache über das firmeninterne Computernetz. Daran werden telefonähnliche Endgeräte angeschlossen. Eine Telefonanlage für das High-Tech-System kostet in der Anschaffung nur etwa halb so viel wie eine herkömmliche. Experten gehen davon aus, dass der Markt für Datentelefonie bis zum Jahr 2005 auf zehn Milliarden US-Dollar anwächst. Neun Prozent aller deutschen Unternehmen nutzen Voice over IP bereits. Weitere 14 Prozent wollen es bis Ende 2004 einführen.
Ein weiterer Pluspunkt: IP-Telefonanlagen können vom IT-Support mitbetreut werden. Unternehmen sind nicht mehr auf externe Telekommunikationsdienstleister angewiesen. Das spart Geld bei der Verwaltung des Telefonnetzwerkes. Zieht ein Mitarbeiter im Unternehmen um, kann dies bei externer Betreuung des Telefonnetzes einige hundert Euro kosten. Der Dienstleister muss Nebenstellen neu konfigurieren und nimmt weitere Einstellungen vor. Mit Voice over IP kann dieser Vorgang über den hauseigenen IT-Support und damit wesentlich günstiger umgesetzt werden.
Besonders bei einem weit verzweigten Filialnetz hilft Voice over IP massiv, Kosten zu sparen. Ein Beispiel: Ein Telefonat zwischen Hamburg und München ist im internen Netzwerk (Virtual Private Network) kostenlos. Telefonate mit externen Gesprächspartnern werden günstiger. Das System leitet die Anrufe bis zu dem Knotenpunkt des Netzwerkes weiter, der dem Zielanschluss am nächsten ist. Erst von dort aus laufen die Telefonate über das öffentliche Telefonnetz. Damit ist manches Ferngespräch zum Ortstarif abrechenbar. Die Sprachqualität, in der Vergangenheit Stolperstein der Datentelefonie, ist heute mit der Qualität des konventionellen Telefonnetzes vergleichbar. Internet-Unternehmen bieten schnelle und zuverlässige Datenleitungen an.
Durch die Sprachübertragung über IP-Netzwerke sind sowohl bei hausinternen Infrastrukturen, als auch bei den Gesprächskosten große Einsparpotenziale vorhanden. Zudem gibt es mit H.323 und SIP inzwischen etablierte Standards, die eine Realisierung stabiler Sprachübertragungen in den Datennetzen ermöglichen. Die Sprach-Datenkonvergenz stellt aber auch höhere Anforderungen an die Netzwerke. Sie müssen erfüllt werden, damit die Sprachtelefonie ein zufriedenstellendes Qualitätsniveau erreicht. In diesem Buch werden die grundlegenden Anforderungen an Voice over IP-Implementierungen behandelt. Sprachcodierung, Protokolle und Standards für Signalisierung und Datentransport, sowie die Anbindung an öffentliche Telefonnetze werden ausführlich beschrieben. Strategien für die Planung und den Neuaufbau von VoIP-Netzen und verschiedene Migrationspfade für bestehende Netzwerke werden in einem eigenen Kapitel vorgestellt. Weitere Themen sind Firewalls und Network Address Translation (NAT), sowie Qualitätsmessungen in bestehenden Netzwerken.
(Quelle: www.voip-info.de)

